Holz-Hybrid-Bauweise – das Beste aus zwei Welten

  hybride bauweise header scaledHybridbauweise, MAX Holzbau

Das Wichtigste in Kürze

Die Holz-Hybrid-Bauweise kombiniert Holz mit Beton und/oder Stahl nach Materialstärken
Rund 75 % aller Mehrfamilienhäuser im Holzbau sind heute Hybridgebäude
Bis zu 30 % kürzere Bauzeiten durch werksseitige Vorfertigung der Holzelemente
Betonkerne übernehmen Brandschutz und Aussteifung – Holzbau bis Gebäudeklasse 5 möglich
Deutlich bessere CO₂-Bilanz als reiner Massivbau durch den Kohlenstoffspeicher Holz
Herausforderungen liegen in der frühen, interdisziplinären Planung und Verbindungsdetails
Bauen mit Holz ist jahrtausendealte Tradition – doch die Holz-Hybrid-Bauweise ist eine echte Innovation der jüngsten Jahrzehnte. Sie hat den modernen Holzbau revolutioniert und ermöglicht heute Gebäude, die früher undenkbar schienen: mehrstöckige Wohnhäuser, Hochhäuser, Bürokomplexe. Dieser Ratgeber erklärt alles Wissenswerte kompakt und praxisnah. buerogebaeude hybridweise scaledBürogebäude – Holz-Stahl, MAX Holzbau

Definition & Überblick

Definition Holz-Hybrid-Bauweise

Holz-Hybridbau bezeichnet eine Bauweise, bei der Holz als primärer Konstruktionswerkstoff mit einem oder mehreren anderen Baustoffen – typischerweise Beton und/oder Stahl – planmäßig kombiniert wird. Jedes Material übernimmt dabei die Aufgabe, für die es am besten geeignet ist.
Der Begriff leitet sich direkt aus dem Griechischen ab: Hybrida bedeutet Mischling oder Kreuzung. Im Bauwesen ist damit keine beliebige Mischung gemeint, sondern ein durchdacht geplantes Zusammenspiel mehrerer Werkstoffe, das deren jeweilige Stärken bündelt und die Schwächen kompensiert. Das Grundprinzip ist dabei denkbar einfach: Holz ist leicht, ressourcenschonend, hervorragend vorzufertigen und schafft ein natürliches Raumklima. Beton und Stahl hingegen bieten hohe Druckfestigkeit, exzellenten Brandschutz in kritischen Bereichen sowie sehr guten Schallschutz. Statt einen dieser Werkstoffe zu bevorzugen, setzt die Holz-Hybrid-Bauweise auf das Beste aus beiden Welten.

Holz-Hybrid-Bauweise vs. reiner Holzbau: Was ist der Unterschied?

Im reinen Holzbau – etwa im traditionellen Holzrahmenbau oder Massivholzbau – besteht das gesamte tragende System aus Holz. Beim Hybridbau werden gezielt Bereiche definiert, in denen Holz allein an seine Grenzen stößt: Treppenhauskerne, Aussteifungsscheiben, bestimmte Decken oder Fundamente werden dann in Beton oder Stahl ausgeführt. Wichtig – Die Holz-Hybrid-Bauweise ist keine Kompromisslösung. Sie ist eine bewusste planerische Entscheidung, die dem Gebäude gezielt die Qualitäten gibt, die es braucht – je nach Nutzung, Höhe, Brandschutzklasse und Budget.
75 % aller Mehrfamilienhäuser im Holzbau sind Hybridgebäude 80 % der Nichtwohngebäude im Holzbau werden hybrid gebaut 30 % kürzere Bauzeit durch serielle Vorfertigung möglich 50 % weniger CO₂ gegenüber reinem Stahlbetonbau möglich

Materialien & Kombinationen

In der Praxis sind nicht alle Materialkombinationen gleich verbreitet. Die Wahl hängt vom Gebäudetyp, der gewünschten Nutzung, dem Brandschutzkonzept und natürlich dem Budget ab. Die drei häufigsten Kombinationen im Überblick:
Holz Tragwerk, Decken, Wände, Fassade, Vorfertigung Stahl / Beton Kerne, Verbindungen, Fundamente, Deckenplatten Holz-Hybrid-Gebäude Optimal, nachhaltig, skalierbar
holz stahl hybridbau scaledMaterialien Hybrid-Bauweise, MAX Holzbau

Holz-Beton-Hybridbauweise

Die Kombination aus Holz und Beton ist die mit Abstand häufigste Form der Holz-Hybrid-Bauweise . Hier spielt u.a. die sogenannte Holzbetonverbunddecke (HBV-Decke) eine zentrale Rolle: Dabei wird eine Holzunterkonstruktion mit einer dünnen Betondruckschicht verbunden. Das Ergebnis ist eine Decke, bei der jeder Werkstoff genau das trägt, was er am besten kann – Holz nimmt die Zugkräfte auf, Beton die Druckkräfte. Darüber hinaus werden beim Holz-Beton-Hybridbau häufig folgende Elemente in Beton ausgeführt:
  • Treppenhaus- und Aufzugsschachtkerne (Brandschutz, Aussteifung)
  • Untergeschosse und Tiefgaragen (Feuchtigkeitsschutz)
  • Fundamente und Bodenplatten
  • Brandwände zwischen Nutzungseinheiten
holz hybridbau scaledHolzbetonverbunddecke – das Holz übernimmt Zugkräfte, der Beton die Druckkräfte. Die Verbindung erfolgt über spezielle Schubverbinder, MAX Holzbau

Holz-Stahl-Hybridbauweise

Stahl kommt vor allem dort zum Einsatz, wo Holz konstruktiv an seine Grenzen stößt: in Verbindungspunkten großer Spannweiten, als Stützenkonstruktion bei extremen Lasten oder als Aussteifungselement in Hochhäusern. Stahl ist deutlich steifer als Holz, lässt sich punktgenau einsetzen und schafft schlanke, elegante Verbindungsdetails. Bei der seriellen Modulbauweise – wie sie etwa bei Schulen oder Pflegeeinrichtungen eingesetzt wird – kombinieren viele Anbieter einen Stahlrahmen als Grundmodul mit Holz als Füll- und Fassadenmaterial. Dieses System ermöglicht eine extrem schnelle und witterungsunabhängige Montage auf der Baustelle.
Eigenschaft Holz Beton Stahl
Druckfestigkeit mittel sehr hoch sehr hoch
Zugfestigkeit sehr hoch gering sehr hoch
Gewicht sehr leicht schwer mittel
Vorfertigung sehr gut eingeschränkt gut
Brandverhalten kalkulierbar nicht brennbar versagt bei Hitze
CO₂-Bilanz Speicher hohe Emissionen hohe Emissionen
Raumklima sehr gut neutral neutral
Kosten Rohbau mittel günstig teuer
Die Tabelle zeigt: Kein einzelnes Material ist in allen Eigenschaften überlegen. Genau das macht die Hybridbauweise so überzeugend – sie nutzt das Optimum jedes Werkstoffs dort, wo er am stärksten ist.

Vorteile & Nachteile der Holz-Hybrid-Bauweise

Vorteile Nachteile

● Deutlich kürzere Bauzeiten durch Vorfertigung großer Holzelemente

● Geringes Eigengewicht des Holztragwerks entlastet Fundament und Untergrund

● Besseres Raumklima durch den natürlichen Baustoff Holz

● CO₂-Speicherung im Holz verbessert die Ökobilanz des Gebäudes

● Präzise, witterungsunabhängige Vorfertigung in der Werkstatt

● Hohe gestalterische Flexibilität durch schlanke Holzquerschnitte

● Gut geeignet für serielle Bauweise und Aufstockungen

● Optimale Nutzung der Stärken jedes einzelnen Baustoffs

● Förderfähig durch KfW und andere Programme (Nachhaltigkeit)

● Komplexe Verbindungsdetails zwischen unterschiedlichen Materialien

● Höherer Planungsaufwand – alle Gewerke müssen früh koordiniert werden

● Bauordnungsrechtliche Anforderungen je Bundesland unterschiedlich

● Schwieriger zu kalkulieren – Preise schwanken stärker als im Massivbau

● Feuchtigkeitsschutz während der Bauphase erfordert Sorgfalt

● Weniger erfahrene Planer und Handwerker als im konventionellen Bau

● Schallschutznachweis bei Holz-Beton-Verbunddecken aufwändiger

● Mögliche Belastung der Wälder bei stark steigendem Holzbedarf

Der entscheidende Vorteil ist nicht die Materialwahl an sich, sondern das Prinzip: Jeder Baustoff darf das tun, was er am besten kann. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das weder rein aus Holz noch rein aus Beton zu realisieren wäre.

Brandschutz – das zentrale Thema

Brandschutz ist einer der Hauptgründe, warum Holzbauten historisch auf wenige Geschosse begrenzt waren. Die Holz-Hybrid-Bauweise löst dieses Problem elegant: Kritische Bereiche werden gezielt nicht in Holz ausgeführt. In Deutschland richtet sich der Brandschutz nach der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes sowie der Muster-Holzbaurichtlinie (M-HBauRL), die seit 2024 eine deutliche Liberalisierung gebracht hat. Damit sind Holzgebäude nun bis zur Gebäudeklasse 5 (bis 22 m Höhe) grundsätzlich möglich – wenn das Brandschutzkonzept stimmt.
F90 Tragende Teile im Treppenhaus und Fluchtweg – hier ist Beton gesetzt F60 Raumabschließende Wände, häufig Holz mit Bekleidung (z. B. Gipsfaser) F30 Innenwände, Decken im Wohnbereich – oft als Holzkonstruktion realisierbar

Wie Brandschutz in der Praxis funktioniert

Die praxisbewährte Lösung: Der Treppenhauskern – das sogenannte Sicherheitstreppenhaus – wird in Ortbeton oder Stahlbeton ausgeführt und dient gleichzeitig als Aussteifungskern des Gebäudes. Das gesamte Holztragwerk kann sich auf diesen stabilen Anker stützen, während die Anforderungen an Flucht- und Rettungswege durch den feuerwiderstandsfähigen Betonkern erfüllt werden. Für das Holztragwerk selbst gibt es zwei Strategien: Das Holz bleibt sichtbar, muss dann aber ausreichend dimensioniert sein, sodass es auch bei einem Brand lange genug standhält (die sogenannte Abbrandrate . Alternativ wird das Holz mit nicht brennbaren Platten – beispielsweise Gipsfaserplatten – bekleidet und damit geschützt.
Die konkreten Anforderungen variieren je nach Bundesland. Für Projekte in Berlin und Brandenburg empfehlen wir, das Brandschutzkonzept früh mit einem erfahrenen Fachingenieur abzustimmen. MAX Holzbau unterstützt Sie dabei von Beginn an.

Schallschutz im Holz-Hybridbau

Schallschutz ist neben dem Brandschutz die zweite große Herausforderung im mehrgeschossigen Holzbau. Holz ist leicht und schwingt – das macht es akustisch sensibler als Beton. Die Lösung liegt in der Hybridstrategie: Decken werden als Holz-Beton-Verbundkonstruktion ausgeführt, bei der die Betonschicht die Masse für den Trittschallschutz liefert. Trennwände zwischen Wohneinheiten erhalten schwere biegeweiche Beplankungen oder Vorsatzschalen. Flankenübertragung über Decken und Wände wird durch entkoppelte Anschlüsse minimiert. Der Schallschutznachweis ist bei Holz- Hybrid-G ebäuden aufwendiger als im Massivbau und muss durch einen Akustikplaner geführt werden. Bei sorgfältiger Planung und Ausführung lassen sich die Anforderungen der DIN 4109 jedoch zuverlässig einhalten – und mit höherwertigen Schallschutzkonzepten (erhöhter Schallschutz nach VDI 4100) sogar deutlich übertreffen.

Einsatzbereiche der Holz-Hybrid-Bauweise

Die Holz-Hybrid-Bauweise ist längst nicht mehr auf den privaten Einfamilienhausbau beschränkt. Sie hat sich als belastbare Lösung für fast alle Gebäudetypen etabliert:
Mehrfamilienhäuser
Bis zu 8 Geschosse möglich; oder bis zur Höhe von 22 m nach der neuesten Musterholzbaurichtlinie, ideal für geförderten Wohnungsbau; kürzere Mietausfallzeit durch schnellen Rohbau
Büro & Gewerbe
Zeigt Nachhaltigkeitsanspruch nach außen; großzügige Grundrisse; hohe Flexibilität durch leichtes Tragwerk
Schulen & Kitas
Serielle Modulbauweise verkürzt Bauzeit drastisch; natürliches Raumklima fördert Konzentration und Wohlbefinden
Pflege & Gesundheit
Holz wirkt stressreduzierend; schnelle Errichtung bei dringendem Bedarf; flexible Modultrennung
Hotels & Boardinghouses
Einzigartiger Charakter durch sichtbare Holzstruktur; Holzanteil als Alleinstellungsmerkmal vermarktbar
Aufstockungen
Geringstes Eigengewicht aller Bauweisen; ideal für das Aufstocken bestehender Stahlbeton-Gebäude
Besonders hervorzuheben ist der Bereich Aufstockungen: Das geringe Gewicht von Holzkonstruktionen macht sie zum idealen Werkzeug, um bestehende Gebäude – Bürobauten aus den 1970ern, Plattenbauten, Parkhäuser – mit zusätzlichen Geschossen in Holz aufzubauen. Das entlastet das vorhandene Fundament und schafft innerstädtischen Wohnraum ohne Flächenverbrauch.
Ein Hinweis zur Einordnung Holz-Hybridbau bezeichnet eine Bauweise, bei der Holz als primärer Konstruktionswerkstoff mit einem oder mehreren anderen Baustoffen – typischerweise Beton und/oder Stahl – planmäßig kombiniert wird. Jedes Material übernimmt dabei die Aufgabe, für die es am besten geeignet ist.

Kosten & Wirtschaftlichkeit

Die Frage nach den Kosten der Holz-Hybrid-Bauweise ist komplex und lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Generell gilt: Im direkten Rohbauvergleich ist Holz-H ybridbau oft etwas teurer als reiner Stahlbetonbau – wenn man nur die Materialkosten betrachtet. Das Gesamtbild sieht jedoch anders aus.
Kostenfaktor Holzhybrid Reiner Massivbau
Rohbaukosten Materialien etwas höher Referenzwert
Bauzeit (Rohbau) bis 30 % kürzer Referenzwert
Personalkosten auf der Baustelle geringer (Vorfertigung) höher
Finanzierungskosten (Bauzeit) niedriger höher
Energiekosten Betrieb günstiger (Dämmung) Referenzwert
Förderprogramme (KfW, BEG) bessere Förderquoten eingeschränkt
Entsorgung / Rückbau günstiger (Holz recycelbar) teurer
Die verkürzte Bauzeit ist dabei oft der größte wirtschaftliche Hebel: Kürzere Bauzeit bedeutet frühere Fertigstellung, frühere Einnahmen aus Miete oder Verkauf sowie niedrigere Zwischenfinanzierungskosten. Bei größeren Projekten können diese Einsparungen die etwas höheren Rohbaukosten des Holzes problemlos aufwiegen.
Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung über den Lebenszyklus Holz-Hybrid-Gebäude schneiden bei einer vollständigen Lebenszyklusanalyse (LCA) in der Regel deutlich besser ab als vergleichbare Stahlbetongebäude – vor allem durch den CO₂-Speicher im Holz.

Planung & Ausführung – worauf es ankommt

Der größte Fehler bei Holz-Hybrid-Projekten ist ein zu später Start der interdisziplinären Planung. Weil Holz, Beton und Stahl in engem Zusammenspiel wirken, müssen Architekt, Tragwerksplaner, Brandschutzingenieur und Haustechnikplaner von Beginn an gemeinsam denken. Folgekosten durch nachträgliche Änderungen können erheblich sein.
Schritt Beschreibung
1. Konzeptphase: Hybridstrategie festlegen Welche Teile des Gebäudes werden in Holz ausgeführt, welche in Beton oder Stahl? Diese Entscheidung beeinflusst Tragwerk, Brandschutz, Schallschutz und Haustechnik grundlegend. Früh festgelegte Schnittstellen sparen später erhebliche Planungskosten.
2. Tragwerksplanung mit Holzfachwissen Nicht jeder Tragwerksplaner beherrscht die Besonderheiten von Holzkonstruktionen. Die Verbindungsdetails zwischen Holz und Beton oder Stahl – Schubverbinder, Zuganker, Lagerplatten – erfordern spezifisches Fachwissen und müssen werkstattgerecht geplant sein.
3. Vorfertigung und Werkstattplanung Der Schlüssel zur kurzen Bauzeit liegt in der Vorfertigung. Holzwandelemente, Deckenplatten und Dachkonstruktionen werden millimetergenau in der Werkhalle gefertigt und können so innerhalb weniger Tage auf der Baustelle montiert werden – unabhängig vom Wetter.
4. Feuchtigkeitsschutz während der Bauphase Holz ist empfindlich gegenüber dauerhafter Nässe. Während der Bauphase muss durch geeignete Schutzmaßnahmen sichergestellt werden, dass das vorgefertigte Holz nicht übermäßig befeuchtet wird – besonders wichtig beim offenen Rohbau vor der Abdichtung des Daches.
5. Baugenehmigung und Brandschutznachweis Je nach Bundesland und Gebäudeklasse sind unterschiedliche Nachweise erforderlich. In manchen Fällen ist eine Abweichung vom Regelwerk mit ergänzendem Brandschutzkonzept notwendig. Hier lohnt sich frühzeitiger Kontakt zur zuständigen Baubehörde und ein erfahrener Brandschutzgutachter.

Praxisbeispiele: Holzhybridbau in der Realität

Zwei Projekte haben die öffentliche Wahrnehmung des Holzhybridbaus in Deutschland besonders geprägt: das Wohnhaus E3 in Berlin-Prenzlauer Berg (Architekten Kaden & Klingbeil, 2008) – damals das erste siebengeschossige Holzgebäude Deutschlands, das nur mit Sondergenehmigung möglich war – und das „Roots“ in Hamburg, Deutschlands bislang höchstes Holzhochhaus mit 65 Metern und 19 Geschossen. Beide sind streng genommen Hybridgebäude: Betonkerne, Tiefgaragen und Erschließungselemente aus Stahlbeton, der Rest in Holz. Sie zeigen, wie weit die Bauweise inzwischen gereift ist. Was diese nationalen Leuchtturmprojekte im Großen demonstrieren, setzt MAX Holzbau täglich in Berlin und Brandenburg um – von der Genossenschaftssiedlung bis zum mehrgeschossigen Stadthaus: Graue Plattenfassade mit Hängebalkonen bei dem Holzhaus Linse Holzhaus Linse, Berlin-Schöneberg Berlin · 8 Geschosse · KfW 40 Plus · Holz-Hybrid Acht geschossiger Lückenbau am Südkreuz mit Eternit- und Holzfassade. Hoher Vorfertigungsgrad, KfW 40 Plus Standard. Treppenhauskern in Beton, Geschosse als Holztafelkonstruktion – ein klassisches Hybridprinzip in städtischem Kontext.

Aufstockung in Holzbauweise eines Bestandsgebäudes

Aufstockung in Holz-Hybrid-Bauweise, Berlin Berlin · Aufstockung Bestandsgebäude · Holz auf Beton Dachaufstockung mit Plattenfassade und grünen Fenstern auf einem Berliner Bestandsgebäude. Das leichte Holztragwerk belastet das bestehende Fundament minimal – ein Paradebeispiel für die Hybridstrategie Holz auf Beton.

Nachhaltigkeit & CO₂-Bilanz

Nachhaltigkeit ist eines der stärksten Argumente für die Holz-Hybrid-Bauweise . Holz ist der einzige Hauptbaustoff, der nachwächst – und der aktiv CO₂ aus der Atmosphäre bindet. Jede in einem Gebäude verbaute Tonne Holz speichert etwa 0,9 Tonnen CO₂ langfristig.
CO₂-Senken

Verbaut man Holz im Gebäude, bleibt das darin gebundene CO₂ für Jahrzehnte gespeichert. Das reduziert den klimabedingten Fußabdruck drastisch.

Kreislaufwirtschaft

Holzbauteile lassen sich nach dem Rückbau weiterverwenden oder energetisch verwerten – ein klarer Vorteil gegenüber Beton.

Graue Energie

Die Herstellung von Holzprodukten benötigt deutlich weniger Energie als die Produktion von Beton oder Stahl – was die Gesamtbilanz verbessert.

Weniger Beton

Der gezielte Einsatz von Beton nur dort, wo er nötig ist, reduziert die Zementproduktion – eine der größten industriellen CO₂-Quellen weltweit.

Förderprogramme & Zertifizierungen

Holz-Hybrid-Gebäude erfüllen häufig die Voraussetzungen für das QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) und damit für die erhöhten KfW-Förderprogramme innerhalb der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Der Nachweis über eine Lebenszyklusanalyse (LCA) ist dabei ein wichtiges Kriterium, das Holzgebäude aufgrund ihrer positiven CO₂-Bilanz regelmäßig erfüllen. Darüber hinaus fördern einige Bundesländer den Holzbau im mehrgeschossigen Wohnungsbau explizit – sowohl durch direkte Investitionszuschüsse als auch durch vereinfachte Genehmigungsverfahren im Rahmen der neuen Muster-Holzbaurichtlinie

Fazit: Warum die Holz-Hybrid-Bauweise die Zukunft des Bauens ist

Die Holz-Hybrid-Bauweise ist keine Nischenlösung mehr. Sie ist das Fundament des modernen, nachhaltigen Geschossbaus – und wird in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Die Kombination aus den natürlichen Qualitäten des Holzes – sein geringes Gewicht, das angenehme Raumklima, die positive CO₂-Bilanz, die exzellente Vorfertigung – mit den unbestreitbaren Stärken von Beton und Stahl – Feuerbeständigkeit, Schallschutz, hohe Druckfestigkeit – ergibt Gebäude, die weder dem einen noch dem anderen Baustoff allein gelungen wären. Für Bauherren, Architekten und Investoren bedeutet das: Wer heute auf die Holz- Hybrid-Bauweise setzt, baut nicht nur nachhaltiger und schneller. Er baut auch das, was Förderprogramme belohnen, was Mieter und Nutzer schätzen und was die Gesetzgebung zunehmend begünstigt.

Häufig gestellte Fragen

Im Holzmassivbau (z. B. mit Brettsperrholz / CLT) bestehen tragende Wände und Decken ausschließlich aus massivem Holz. Der Holzhybridbau kombiniert Holz dagegen bewusst mit Beton oder Stahl – etwa für Treppenhauskerne (Beton) oder Verbunddecken (Holz-Beton). Die Grenze ist fließend; auch ein CLT-Gebäude mit Betonkern zählt als Hybridgebäude.
Die Muster-Holzbaurichtlinie (M-HBauRL) von 2024 ermöglicht Holzgebäude bis Gebäudeklasse 5 (bis 22 m Firsthöhe, etwa 6–7 Geschosse) mit einem regelkonformen Brandschutzkonzept. Für Hochhäuser (Gebäudeklasse 6 und höher) sind Sonderlösungen und individuelle Brandschutzkonzepte erforderlich.
Die Rohbaukosten für Holz können etwas höher sein. Entscheidend ist jedoch die Gesamtwirtschaftlichkeit: kürzere Bauzeiten, geringere Finanzierungskosten, bessere Förderfähigkeit und niedrigere Betriebskosten durch gute Dämmwerte können den Unterschied mehr als ausgleichen. Für eine verlässliche Aussage ist immer ein projektspezifischer Kostenvergleich nötig.
Eine Holz-Beton-Verbunddecke verbindet eine Holzunterkonstruktion mit einer dünnen Betondruckplatte durch spezielle Schubverbinder. Das Holz trägt die Zugkräfte (von unten), der Beton die Druckkräfte (von oben). Das Ergebnis ist eine tragfähige, schlanke und ressourceneffiziente Decke, die sowohl guten Schallschutz als auch angemessene Feuerwiderstandsklassen erreichen kann.
Die Anforderungen variieren je Bundesland und Gebäudeklasse. Grundsätzlich gelten die jeweilige Landesbauordnung und die Muster-Holzbaurichtlinie (M-HBauRL, Stand 2021). Für Gebäudeklassen 4 und 5 ist in der Regel ein gesonderter Brandschutznachweis erforderlich. Wir empfehlen, frühzeitig einen auf Holzbau spezialisierten Planer und einen Brandschutzgutachter hinzuzuziehen.
Autoreninfos
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Antje Baumgart

M.Sc. Architektur und Umwelt

Zuletzt aktualisiert: 21.07.2026

Antje Baumgart

M.Sc. Architektur und Umwelt

Frau Baumgart verantwortet als beratende und planende Ingenieurin die technische Auslegung unserer Holz-Hybrid-Projekte – von der ersten Skizze bis zur fertigen Konstruktion. Ihre Erfahrung mit dem Zusammenspiel von Holz, Beton und Stahl fließt in jeden Entwurf ein: Sie plant Tragwerke, die Brandschutz, Statik und Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen, und findet für jede Bauaufgabe die Materialkombination, die technisch überzeugt und architektonisch begeistert.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Außenwand – Holzfassade vertikal

Außenwand der Holzfassade in vertikaler Ansicht